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GRUNDSCHULE
AN DER LEYBUCHT
Am Dorfteich 57
26506 Norden/Leybucht
Tel.: 0 49 26 - 793
Fax: 0 49 26 - 91 20 70
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Schulchronik
Auszug aus der Festtagsschrift von 2005
Schulleiter Dieter Mahnke (1969-1992)
Die Schule 1955 -1992
Die Schulkinder der ersten Siedler 1953 hatten es nicht leicht. Im
Polder gab es noch keine Schule, und so mussten die meisten Kinder die
Schule in Neuwesteel und einige die in Greetsiel besuchen. Im Sommer
und für die größeren Schüler war das kein Problem, aber im Winter oder
bei Sturm und Regen war es für die Kinderder Unterstufe doch recht
beschwerlich, weil der Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt
werden musste. Im Winterhalbjahr 1954/55 fuhr deshalb der
Klassenlehrer mit seinem Motorroller in den Polder und unter-richtete
wenigstens die Kinder des 1. Schuljahres im Hause der Siedler
König, Krems und Siemers.
1955 war der Schulneubau fertig, und am 5. Dezember begann der
Unterricht im Polder mit dem Schulleiter Heinz Fischer und dem Lehrer
Dieter Mahnke. Den meisten Schülern waren die Lehrer bereits bekannt,
weil sie von ihnen schon in Neuwesteel betreut wurden, nur die
Greetsieler Schüler mussten sich eingewöhnen.
Der Schulbau war für damalige Verhältnisse modern und großzügig. Für
die Unter- und Oberstufe standen je ein Klassen- und Gruppenraum zur
Verfügung, dazu ein Werkraum und eine Lehrküche. Der 3. Klassenraum
wurde schulisch zunächst nicht gebraucht und konnte deshalb bis zum
Bau der Kirchen für Gottesdienste genutzt werden.
Dass leider beim Schulbau geschludert worden war, stellte sich 1959
heraus, als die Schule nicht mehr durch den Haupteingang betreten
werden konnte. Ursache dafür war, dass das Schulhaus und das
Toilettengebäude auf eine Pfahlgründung gesetzt worden waren, nicht
aber der Verbindungstrakt dazwischen. Dieser Trakt war allmählich um
eine Mauersteinbreite abgesunken, und deswegen ließ sich die Haupttür
bis zur Ausführung der Reparaturarbeiten nur wenig öffnen.
Die Schülerzahl von anfangs 64 nahm in den nächsten Jahren stetig zu,
zumal durch den Trend zu Dörfergemeinschaftsschulen die einklassigen
Schulen im Osteeler-Altendeich (1962) im Neuwesteel (1964) und in
Wirdumer- Neuland (1966) aufgehoben und deren Schüler vorwiegend zu
uns umgeschult wurden, was nur durch Einsatz von Schulkleinbussen mit
ihren langjährigen Fahrern Trino Boomgaarden und Heinrich Müller
(später Frau Kruse und Agnes Niehusen) möglich war. Das Schulgebäude
in Neuwesteel wurde
weiterhin gebraucht, und zwar bis zur Rückstufung unserer Schule
zur Grundschule im Jahr 1971. Die Schule war bis 1971 eine Volksschule
mit den Jahrgängen l - 8 (später 9), wobei anfangs die Jahrgänge l - 4
und 5 - 8 gemeinsam unterrichtet wurden. Durch die größere Schülerzahl
konnte nach und nach für die meisten Jahrgänge eine eigene Klasse
eingerichtet werden, doch reichte dann manchmal die Zahl der
Lehrkräfte nicht aus. Am schlimmsten war es im Schuljahr 1970/71, als
für 203 Schüler in sieben Klassen nur vier Lehrkräfte zur Verfügung
standen. In diesem Schuljahr konnten nur 57 % des Stundensolls erteilt
werden.
Nach der Abschulung der Oberstufe 1971 blieb nur die Grundschule
übrig, deren Schülerzahl von 113 auf 40 im Schuljahr 1984/85
zurückging. Durch die Einrichtung der Vorschule 1987 kam es
vorübergehend zu einem Anstieg, doch konnte die drohende Aufhe-bung
der Schule nur durch den Zusammenschluss mit Westermarsch,
verhindert werden. Über den Schulalltag und den Unterricht zu
berichten, würde zu weit führen und erscheint auch nicht notwendig,
denn hier gab es keine Unterschiede zu anderen Schulen. Erwähnt werden
sollen jedoch noch besondere Ereignisse, an die sich sicher manche
erinnern, nämlich die Schulfahrten, die Laienspiele und die
Praktikantenausbildung.
In den ersten Jahren wurden nur eintägige Schulfahrten durchgeführt;
lediglich das 3.-5- Schuljahr war 1959 für eine Woche im
Schul-landheim in Plaggenburg, und das 7./8. Schuljahr fuhr 1961 zum
Glockenguss für unsere Kirche nach Sinn. Von 1962-68 beteiligten
wir uns an einwöchigen Fahrten mit Schülersonderzügen. So fuhren wir
1962 nach Torfhaus im Harz (5.-8.Schuljahr), 1963 nach Bacherach am
Rhein (5.-8.), 1964 nach Rothenfels im Spessart (9.), 1965 nach Daun
in der Eifel (7.-9.) und in den Harz (5./6.), 1966 wieder nach
Rothenfels (9.), 1967 nach Neckarsteinach (9.) und 1968 nach Bad
Honnef am Rhein (8.), nach Lorch (9.) und nach Bacherach (9.).
Außerdem führte das 7./8. Schuljahr im Herbst 1962 einen 14-tägigen
Jugendwaldeinsatz im Forstamt Rosengarten durch. Nach der Abschulung
der Oberstufe 1971 beschränkten sich die Ausflüge der Grundschule
wieder auf Tagesfahrten innerhalb des Raumes Weser-
Ems. Lediglich im Jahr 1984 wurde ein Schüleraustausch mit der
Grundschule Halle im Weserbergland durchgeführt:
Die Klasse 4 von dort besuchte uns eine Woche lang, und anschließend
machten wir einen einwöchigen Gegenbesuch, wobei die Unterbringung
jeweils in den Schülerfamilien erfolgte.
Bei den Laienspielen wurde bei der Auswahl darauf geachtet, dass
möglichst alle Schüler der jeweiligen Klasse mitspielen konnten. Es
wurden aufgeführt "Doktor Allwissend" 1960 durch das 8. Schuljahr,
"Das tapfere Schneiderlein" 1962 durch das 5./6.Schuljahr, "Der Riese
Wellematz" 1964 durch das 7./8. Schuljahr und "Die Kaschemme im
Urwald" 1967 durch das 9. Schuljahr.
In den Jahren 1958-68 war unsere Schule beteiligt an der Ausbildung
von Studenten der PH-Oldenburg bei der Durchführung ihres 6-wöchigen
Landschulpraktikums zwischen Sommer- und Herbstferien. Insgesamt
wurden von uns in dieser Zeit etwa 20 Studentinnen und Studenten
betreut, außerdem zwei Kandidaten der Theologie, zu deren Ausbildung
ebenfalls ein Praktikum an einer Schule gehörte.
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